Die Entwicklung des Computers und Kampf der Giganten

 Bevor der erste Personal Computer auf den Markt kam, kannten die Büro-Arbeiter den Computer bereits. Die Rechner waren groß und laut, aber man konnte gut daran arbeiten; dafür sorgte eine kleine Garagen-Firma namens Microsoft (damals nur 5 Mann und der Chef war wie auch noch heute Bill Gates).

1983 kam der Personal Computer das zweite Mal auf den Markt und dieses Mal konnte man ihn sich auch leisten. Er hatte nur noch 2950 Dollar gekostet, hatte dafür aber einen 12 Zoll Monitor, 8 MHz getakteten 8088 von Intel, 128 KB RAM und eine Neuheit, eine 10 MB Festplatte (die erste seiner Art). Das Geschäft wurde bei den ersten Personal Computern noch allein von IBM bestimmt, aber schon bei seiner zweiten Ausführung, welche ja wesentlich billiger war, gab es auch schon eine Firma namens Compaq, die zugleich einen Rechner mit 4,77 MHz und einen 9 Zoll Monitor heraus brachte. Dieser Prozessor war auch von Intel. Er war nur 50 Dollar teuerer als das IBM Modell!! Beide Rechner zeigten, dass das Zeitalter von Bastlern (Altar 8800 - 1975) und Großrechner, wie z.B. dem Eniac, dem Binac oder dem Avidac, vorbei war!

Doch Software für die Rechner war schwer zu bekommen, die Rechner wurden mit einer bestimmten Software ausgestattet und an eine Nachrüstung weder von Hard- noch von Software war nicht zu denken. Selbst wer das Programm von einem Kollegen so gut fand, der aber einen anderen Rechner hatte, konnte diese Software nicht benutzen, denn jede Software war nur mit dem dazugehörigen Computer zu gebrauchen (inkompatibel). Denn die Software wurde für jeden Rechner separat im Rechner programmiert. Programme wurden meistens noch mit Schaltern und nicht mit der Tastatur eingegeben.

 

Mitch Kapor hatte zu dieser Zeit eine großartige Idee: Er wollte ein Programm schreiben, das auf jedem Rechner lief und mit dem man auch privat etwas machen konnte. Er gründete die Firma Lotus und entwickelte das Programm 1-2-3, obwohl die 3 noch nicht funktionierte (die Textverarbeitung), verkaufte  es und es war der absolute Erfolg. Bereits im zweiten Jahr verkaufte er 157 Millionen Exemplare seiner Software.

 

Es wurde immer weiter experimentiert, um einen schnelleren Rechner zu erschaffen, aber erst 1984 kam der IBM-AT auf den Markt. Er hatte einen 80286 von Intel, eine 20 MB Festplatte und 16 Farben bei einer Auflösung von 640 x 350 Pixeln. Aber er zog nicht soviel Interesse auf sich, da zur selben Zeit ein neuer Personal Computer von Apple auf den Markt kam. Dieser hatte schon eine grafische Oberfläche und dank großer Werbung wurde dieser immer beliebter. Von dieser Neuerung wollten auch andere profitieren und so erschien in kürzester Zeit auch schon der Amiga1000 und der Atari 520 T. Auch Microsoft wollte jetzt nicht mehr nur Software für große Firmen machen und stellte Windows 1.0 vor, geliefert werden konnte es aber erst ein Jahr später.

IBM wollte auch am Gewinn teilhaben und setzte sich mit Microsoft zusammen und entwickelte OS/2. Dieses OS/2 sollte eine neu Ära einleiten. Endlich sollte es möglich sein, mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen zu lassen (Multitasking) und eine einfach grafische Oberfläche bieten.

Zugleich zeigte eine neue Firma namens Quarterdeck, dass dieses Verfahren, das mehreren Programme gleichzeitig laufen lassen sollte, durch ein Zeitschreiben möglich ist. Aber jetzt kam die Frage auf, welcher Prozessor diese Speichermengen verarbeiten kann. IBM entschied sich für den 80286 von Intel, aber dann stellte sich heraus, dass dieser Prozessor das Zeitschreiben nicht verstand.

Zur gleichen Zeit, wie Microsoft und IBM dieses OS/2 Projekt durchführten, hatte Microsoft sich insgeheim mit Compaq zusammengeschlossen, um das Programm Windows/386 zu erstellen. Dieses Programm sollte auch auf dem 80386 Prozessor von Intel laufen, welcher 1986 heraus kam. IBM hatte den Kampf um die Markt-Herrschaft verloren, denn viele Firmen hielten sich zu dieser Zeit an Compaq.

1987 versuchte IBM mit seiner PS/2 Familie einen neuen Bus-Standard zu etablieren, welcher sich aber nicht durchsetzte. Doch im Software-Bereich ging es immer schlimmer zu, denn immer mehr neu Firmen wollen mit ihren Programmen an die Macht. Wie auch Borland mit der Tabellenkalkulation Quattro Pro. Borland machte auch Pressekonferenzen, welche zu der wichtigsten Computer-Messe wurde. Phillip Kahn wurde der härteste Gegenspieler von Bill Gates. Doch für Bill gab es dann doch noch Entwarnung, denn Kahn brachte den Netzwerk-Schlager Novel auf den Markt, welche zur besten Netzwerk-Software wurde! 

1987 kam das erste CD-ROM-Laufwerk auf den Mark, aber es wurde als unsinnige Spielerei abgestempelt. Nur PC-User-Clubs und Bill Gates begriffen, wie sinnvoll diese Entwicklung sein kann. Doch diese Technik wurde nicht vom Gerede aufgehalten sondern von der Hardware, denn man brauchte gesonderte Steckkarten und Treiber, um ein CD-ROM-Laufwerk zu installieren. Damit war es noch nicht getan, denn man musste noch die Karte und die Treiber von Fachleuten einstellen lassen. Doch die Rettung kam noch im selben Jahr und zwar in der Gestalt von Apple. Denn Apple stellte ein neues Konzept von Steckkarten vor, "Plug and Play". Man musste nur die Erweiterungskarte einstecken und den Rest erledigt der Rechner selbst. Das erste System dieser Art war der Mac 2, der auf dem IBM PS/2 System basierte. Doch leider waren diese Systeme ohne großen Erfolg, denn bereits da kamen die neuen Klon-Prozessor-Hersteller auf den Markt (Gateway 2000, Dell). Doch die alten Computer-Hersteller wie Commodore und Amstrad stellten langsam ihre Systeme auf den PC-Standard um. AMD dagegen nahm die Produktion von Klon-Prozessoren auf (welche am Anfang noch von Intel mitfinanziert wurde).

Im Jahre 1988 brachte der gefeuerte Apple-Gründer Steve Jobs ein neues System mit einem magneto-optischen Laufwerk auf den Markt. Alle waren erstaunt über diese Technologie, aber das System wurde kaum verkauft wegen des hohen Preises von 15.000 Mark und so ging er wieder pleite. Aber er war nicht der einzige, der in diesem Jahr Verluste machte. Auch IBM musste herausstellen, dass sie arge Probleme mit dem "Präsentations-Manager" von OS/2 hatten und die grafische Version von OS/2 brachte ebenfalls nicht den gerwünschten Erfolg.

Lotus hatte auch mal wieder eine neue Software vorgestellt. Nach der langen Ruhepause wurde Lotus Notes vorgestellt; ein Programm, welche die Diskussionen und Dateiverwaltung von Arbeitsgruppen unabhängig vom Aufenthaltsort der Teilnehmer gestattete und sich dabei auch noch um den gesicherten Datentransport kümmerte.

Der im Jahre 1989 herausgekommene 80486 brachte nicht den gewünschten Erfolg, aber als Compaq den ersten 486 Server vorstellte, erhöhte sich die Nachfrage zugunsten des 80486. Unter dem Namen "Soundblaster" von Creative Labs kam die erste Soundkarte auf den Markt und mit dem PCMCIA-Konzept (heute "PC-Card") begann der Laptop-Boom. Im Labor des Genfer Kernforschungszentrums CERN lief der erste Prototyp einer "Formatierungssprache für wissenschaftliche Dokumentationen (HTML)".

Microsoft hatte bis 1990 sein Windows so verbessert, um die neue Version 3.0 herauszubringen. Es gab eine riesige Werbekampagne und Windows 3.0 wurde zur beliebtesten Grafischen Oberfläche bei den Home-Usern, jedoch waren die Firmen skeptisch, da Windows 3.0 keine Netzwerk-Software hatte und das Netzwerk zu dieser Zeit ein wichtiger Bestandteil der Firmenarbeit war. Im selben Jahr wurde True Type als Standard für die Fonts-Darstellung gewählt.

Im Jahre 1991 gab es so viele Software-Hersteller, dass sie sich gegenseitig aufkauften. Lediglich Microsoft hielt sich zurück und kaufte nur Datenbank-Entwickler FOX. Es brachte im selben Jahr noch Windows 3.1 und Windows für Workgroups heraus. Dieses war dann auch für kleinere Netzwerke zu gebrauchen.

Am Ende 1991 wurde ganz ruhig das WorldWideWeb freigegeben: es war ja auch nichts besonderes, es gab nur die Seiten der Hochenergie-Physiker.

1992 wurde UNIX an Novel verkauft, Novel hatte dieses UNIX erst separat zu den Netzwerk-Systemen verkauft. Später wurden beide dann aber doch noch verschmolzen.

Zur selben Zeit hatte Microsoft sein "Windows New Technologie" angekündigt, dieses Windows NT sollte unabhängig von der Plattform laufen. Als es heraus kam, brachte IBM die neue OS/2 Version (welche im Vergleich zur alten Version erheblich verbessert wurde). Doch die Systeme verkauften sich schlecht, da zu dieser Zeit die RAM-Preise in ungeahnte Höhen schossen.

1993 brachte Apple ein neues System heraus,welches das beste aller Zeiten werden sollte. Aber es wurden innerhalb des ersten Jahres nicht einmal 200.000 Kopien verkauft. Dieses System brachte Apple nahe dem Ruin. Zur gleichen Zeit brachte Intel seinen "Pentium" heraus. Dieser machte es möglich, CD-Brenner zu bezahlbaren Preisen zu kaufen (dies war der Anfang des Raubkopien-"Marktes"). Jedoch der eigentliche Erfolg des Jahres 1993 war der erste Grafische Internet Browser (Internet Mosaic). Kurz darauf hat sich die Nutzerzahl des Internets von 50 auf 500 im Dezember erhöht. Im selben Jahr gab es auch den Kampf um die Netzwerk-Software Windows NT 3.1 und Netware 4. Doch durch die OLE 2.0 Software im Microsoft Produkt verlor Netware 4 und Windows wurde auch für Firmen interessant.

1994 brachte IBM OS/2 das erste mal für den Home-User auf den Markt. Windows brachte Windows 3.11 und Windows NT 3.5 auf den Markt. Aber das Spektakulärste war der Pentium-Bug (ein relativ unbedeutender Fehler machte Intel selbst zur absoluten Katastrophe, weil die Firma ihn als unerheblich abtat). Dieser Bug hatte nur einen Vorteil: es wurde bestens dargestellt, wie gut das Internet ist, denn dieser Fehler war sofort durchs Internet überall bekannt.

Im Kampf gegen Microsoft versuchte Novel Microsoft fertig zu machen, in dem es eine Textverarbeitung (WordPerfect) und eine Tabellenkalkulation (Quattro Pro) auf den Markt brachte. Aber Microsoft hat auch nicht geschlafen und brachte fast zeitgleich sein Office-Paket heraus. IBM übernahm die Firma Lotus für 3,5 Milliarden Dollar. IBM stufte OS/2 erstmals zurück und konnte nur noch zusehen, wie Microsoft den Verkauf von Windows 95 zu einem großen Spektakel nutzte.

Im Jahr 1995 war Apple an eine gefährlichen Position geraten, Windows 95 war ein Erfolg geworden und viele Softwarehersteller hatten die Apple-Software geklont, also stellte Apple bestimmte Bedingungen der geklonten Versionen. Netscape schaffte es gerade noch, seinen ersten Navigator herauszubringen. Microsoft hatte keine Befürchtungen bei der kleinen Firma Netscape und gab keine Reaktionen von sich, als Netscape dann aber zu einer Bedrohung für Microsoft wurde, erstelle Microsoft seinen Internet Explorer und stellte ihn umsonst übers Internet zur Verfügung.

1996 brachte der Modem-Hersteller U.S. Robotics ein stark belächeltes PalmTop heraus, welches auch Microsoft nicht ernst nahm (Microsoft hatte schon Windows CE für PalmTops vorgestellt, und bis dahin ist jeder Versuch PalmTops zu erstellen, die nicht von Microsoft waren, fehlgeschlagen.). Aber U.S. Robotics hatte Erfolg, und so zogen viele Firmen in diesen Bereich, auch IBM. Doch nach dem Sieg von Microsoft hatte der Software-Konzern schon wieder ein großes Problem: Larry Elision stellt sein Java vor. Bill Gates hatte schon lange Angst vor Elision, weil er bereits 1995 den ersten NC (Netzwerk Computer) herausbrachte, welcher aber den Nachteil hatte, dass er kein eigenes Betriebssystem hatte.

1997 sollte das Fernsehen mit dem Internet verschmelzen (größter Sponsor war Microsoft), aber es hatte nicht die Begeisterung gefunden, die es gebräucht hätte. Microsoft hatte auch Windows 98 angekündigt, welches aber erst 1998 herausgekommen war. Intel brachte 1998 seinen neuen Prozessor auf den Markt, den Pentium II. Aber Intel plante bereits einen 64 Bit Prozessor. Und die Entwicklung zeigt noch kein Ende; wir werden sehen, was noch alles kommt.