Zweite Auflage von Windows XP angekündigt 

Der Software-Konzern Microsoft plant eine Neuauflage seines Betriebssystems unter dem Arbeitstitel Windows XP Reloaded. Das gab das Unternehmen gestern in Redmond bekannt. Damit soll die zeitliche Kluft zwischen Windows XP, das 2001 erschien, und dem Nachfolger Longhorn, der 2006 erwartet wird, überbrückt werden.

 

"Wir haben eine Menge Arbeit in Windows XP investiert", sagte Windows Product Manager Greg Sullivan, "wir überlegen uns, wie wir das ausliefern können. Von einem Interims Release zu sprechen, wäre aber übertrieben".

XP Reloaded zum Jahresende angekündigt
Windows XP Reloaded kommt zum Jahresende 2004, so Sullivan weiter. Was das Software-Unternehmen an neuen Funktionen für ein mögliches Update in Erwägung zieht, verriet der Microsoft-Manager bislang nicht. Als sicher gilt, dass im Reloaded-Update alle Verbesserungen und die neuen Funktionen des Service Pack 2 enthalten sein sollen.

Media Player 10 und neue Features
Die zweite überarbeitete Auflage von Windows XP soll darüber hinaus noch einige Goodies mitbringen, etwa den Windows Media Player 10. Weitere Details sind noch nicht bekannt. Neuerungen sind bereits für den im Laufe des Jahres erwarteten XP Service Pack 2 (SP2) geplant, der verschiedene Sicherheitslücken stopfen soll.

Mehr Sicherheit an Bord
Laut Microsoft bringt das SP2 eine Reihe von Sicherheitstechnologien, die XP besser vor Viren und Würmern schützen. Im Vordergrund stehen dabei die Bereiche "Netzwerksicherheit", "Speicherschutz", "mehr Sicherheit beim Websurfen" und "verbesserte Computerwartung". Microsoft hofft, dass mit dem neuen Service Pack der Grundschutz so stark verbessert wird, dass Anwender aktuelle Sicherheits-Updates nicht mehr jedes Mal sofort installieren müssen.

 

Die Testphase für das XP-Nachfolge-System unter dem Codenamen Longhorn läuft bereits. Wenn es nach Microsofts Marketing-Abteilung geht, soll in Zukunft alles noch einfacher, noch sicherer und noch schneller gehen. Longhorn soll mit der neuen Benutzeroberfläche namens Avalon einen ähnlichen Hingucker liefern wie Aqua unter Mac OS X. - Freilich ist die Alpha-Version noch sehr weit vom eigentlichen Endprodukt in zwei Jahren entfernt.

Zur Fotoshow - Windows-Longhorn (Alpha-Version)
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Fit für die Datenflut der Zukunft
Longhorn verwendet ein neues Dateisystem namens "WinFS" (Windows Future Storage). Allerdings wird WinFS das mit Windows NT eingeführte "New Technology File System" (NTFS) lediglich erweitern und nicht, wie ursprünglich gedacht, komplett ersetzen. Hauptverbesserung: Verzeichnisse und Ordner sind mit Zusatzdaten versehen, die es erlauben, Dokumente ungeachtet der Ordner-Struktur einem bestimmten Projekt oder Thema zuzuordnen.

Ein Schutzmantel erhöht die Sicherheit
Unter der neuen Außenhülle von Longhorn sorgt vor allem Palladium für Verunsicherungen. Dahinter verbirgt sich die Software-Komponente, die die Richtlinien der Trusted Computing Platform Alliance (TCPA) umsetzen soll und sich im Netz den Spitznamen DRM OS eingehandelt hat, als Anspielung auf den Hauptzweck, das Digital Rights Management. Demzufolge überwacht die Hardware alle Änderungen, die der Nutzer am System vornimmt.